Ich habe GFK1994 während eines Friedenscamps für Jugendliche aus Ost- und Westeuropa sowie Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina, kennengelernt. Damals herrschte dort Krieg. Statt der erwarteten Streitigkeiten fand ich die Jugendlichen am Lagerfeuer, singend und tanzend. Das „Geheimnis“: Sie waren mit GFK-Trainerinnen angereist. Das inspirierte mich.
2006 wurde ich als Trainerin zertifiziert.
Ich bin in der Nachkriegszeit mit Schuld/Scham über unsere Geschichte aufgewachsen. GFK hat mir geholfen, zwischen Schuld/Scham und Verantwortung zu unterscheiden. Aus dieser Verantwortung heraus versuche ich zu einer Welt beizutragen, in der die Bedürfnisse aller Menschen zählen und Menschen zu erreichen, die wenig Zugang zu Ressourcen haben.
Frieden ist für mich seit meiner Kindheit ein Thema. Mir ist wichtig, zu Versöhnung, Friedensförderung und sozialem Wandel beizutragen.
Seit 2007 war ich fast jedes Jahr zu GFK-Trainings in Kenia. Ich moderierte Versöhnungstreffen zwischen ethnischen Gruppen nach gewalttätigen Ausschreitungen nach den Präsidentschaftswahlen 2007. Dadurch konnten sie einander als Menschen und nicht als Feinde wahrnehmen.
Von 2011 bis 2014 moderierte ich Versöhnungstreffen mit zwei ethnischen Gruppen, die seit über 20 Jahren miteinander kämpften: mit den Ältesten, jungen Kriegern (den Hauptakteuren der Gewalt), Witwen, die zu Rache und Gewalt aufriefen. Nach dem Treffen mit den Ältesten nahm die Gewalt ab, nach dem Treffen mit den jungen Kriegern beendeten sie die bewaffneten Konflikte. Zwischen beiden Dörfern herrscht bis heute Frieden. Das Training unterstützte auch sozialen Wandel: Die Ältesten begannen z.B. mit den Frauen und Jugendlichen zu sprechen, was nicht Teil ihrer Kultur war.
Mit tiefer Dankbarkeit war ich Teil eines internationalen Trainerteams, das vier Jahre lang neuntägige Seminare für Israelis, Palästinenser und internationale Teilnehmer durchführte.
Der herzliche Empfang in der Ukraine ab 2015 trotz der Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs berührte mich tief. Bei meinen Trainings 2023-2025 hörte ich von Teilnehmenden, dass sie es schätzen, dass ich trotz des Krieges komme.
Ab 2018 war ich in Somalia für ein UN-Projekt zum Thema Restorative Justice. Ich habe mit Ältesten, religiösen Führern (Islam) und Frauen gearbeitet. Sie haben ein traditionelles und Scharia-konformes Rechtssystem mit einer systemischen Komponente. Inzwischen gehört empathisches Zuhören dazu. U.a. werden Frauen direkt gehört. Inzwischen Frauen vermitteln bei Konflikten häuslicher Gewalt selbst.
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