Kennen Sie das flaue Gefühl im Magen vor einem Gespräch? Oder das Kribbeln bis in die Haarwurzeln, wenn Sie aufgeregt sind? Das ist die Resonanz Ihres Körpers – er spürt oft schon, was Worte noch nicht ausdrücken können. Genau hier setzt Focusing an. Für mich ist es mehr als eine Methode – es ist eine besondere Form der Achtsamkeitspraxis, die uns hilft, Zugang zu unserer Körperweisheit zu finden und starre Konzepte aufzulösen. Seit über 25 Jahren begleitet mich Focusing auf meinem Weg als Theater- und Hörspiel-Regisseurin, Autorin, Coach und Trainerin. Als notorische Freiberuflerin (seit über 40 Jahren) bin ich darin geschult, jenseits von konventionellen Sicherheiten vertrauensvoll mit dem mitzugehen, was als nächster Lebensschritt kommt. Besonders meine Auslandsinszenierungen (übers Goethe Institut) in Chile, Argentinien und Uruguay waren radikale Humorübungen: wie oft blieb mir gar nicht anderes übrig, als „rheinländisch“ über meine betonharten Vorstellungen von mir selbst und der Welt zu lachen! Gerade künstlerische Grenzgänge haben mich gelehrt: oft helfen Intuition und Offenheit mehr als scheinbar klug ausgedachte Lösungen. Von heute aus betrachtet scheint es mir nur folgerichtig, dass Focusing in mein Leben kommen musste. Wie auf meinen künstlerischen Reisen erlebe ich nun jeden Tag, wie meine Focusing ‚Reisen’ Räume öffnen – für Klarheit, Lebendigkeit und Veränderung. So wie sich beim Schreiben oder in szenischer Arbeit meist ganz Unerwartetes, Neues auftut, was ich mir vorher so gar nicht ausdenken könnte, genauso geschehen im Focusing die sogenannten „Shifts“: heilsame, verändernde neue Lebensschritte, körperliche gespürte Einsichten, die sich befreiend anfühlen und bisherigen Konzepte überschreiten. „Der Körper weiß den nächsten Schritt“ (Eugene T. Gendlin) Immer wieder staune ich aufs Neue, wie unsere innere Körper- Stimme uns den Weg aus selbst gezimmerten Gefängnissen heraus zeigt. Wenn wir nicht weiter wissen, lässt unser Körper uns Antworten spüren, bevor wir sie denken können. Mehr noch: unser Körper weiß schon, wie es gut sein könnte. Als ich vor über 25 Jahren zum ersten Mal die Texte vom Philosophen und Psychotherapeuten Eugene T. Gendlin, (Begründer des Focusing) las, war ich wie elektrisiert. Ich spürte sofort: hier kommen all meine Erfahrungen zusammen – mein künstlerisches Forschen, Achtsamkeit und Abenteuer, Meditatives Entstehenlassen, Imaginationsarbeit, Aufbruch ins Ungewisse, Weitung und Entspannung. „So muss es sein“, dachte ich, „wenn man sich mental verliebt!“ Und diese Liebe hält bis heute an. Heute gebe ich mein Wissen in Einzelberatungen, Ausbildungsgruppen und im ‚Coaching für kreative Köpfe’ weiter. Nach mehr als 150 Seminaren bin ich so froh und dankbar wie beim ersten Mal, Gendlins Pionierarbeit weiter geben zu dürfen. Gerade in Zeiten von starrem Effizienz- und verengtem Schwarz- Weiss- Denken brenne ich dafür, mit Focusing Haltungen zu inspirieren: das heißt, frei von Lösungs- und Profitfixiertem Druck, neugierig – wohlwollend zu erforschen, wie sich festgefahrene Muster und betonharte Überzeugungen „verflüssigen“ können, wenn wir unsere körperliche Resonanz einladen. Und damit einen Raum zu öffnen, der Weitung, frische Einsichten und intuitivere Lösungen bereit hält, als wir uns vorstellen können. Denn „Der Körper weiß mehr als wir wissen können.“